Das CDFI Bild- und Diaarchiv

Die Bestände des CDFI-Bildarchivs werden aktuell sukzessiv digitalisiert und in die Easy-DB der Universität Greifswald eingearbeitet. Anschließend sollen die Bestände des Dia-Archivs ebenfalls digitalisiert werden.

Für Rechercheanfragen oder allgemeine Auskünfte, wenden Sie sich bitte an:

Susanne Drutsch, M.A.

Telefon: 03834/420 3251

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Zur Geschichte des CDFI-Bildarchivs

Zur Geschichte des CDFI-Bildarchivs

Das Bildarchiv der Kunstgeschichte am CDF-Institut befindet sich in der Rubenowstraße 2b. Dort wird es in zwei Souterrain-Räumen aufbewahrt und vom Bereich Kunstgeschichte des CDFI verwaltet.  Die Hauptbestände des Archivs sind Fotografien sowie fotografische Reproduktionen und  Abbildungen aus Publikationen.  Weiterhin gehören etliche Großdia-Serien zu seinem dokumentarisch wertvollen Kernbestand.

Die Entstehung dieser Bildersammlung lässt sich zurückführen bis in die Jahre 1906/07, als erste Vorbereitungen für die Begründung eines Kunsthistorischen Seminars an der Greifswalder Hochschule erfolgten. In den darauffolgenden dreieinhalb Jahrzehnten, d. h. bis ca. 1944, wurde der Bilderbestand relativ kontinuierlich vergrößert, ergänzt und komplettiert, da er den wichtigsten Teil des "Seminar-Apparates" darstellte mit seinen Lehr- bzw.  Studien- und Forschungsmaterialien. In die Bildersammlung mit aufgenommen wurden dabei auch Dokumente, die im Zusammenhang mit der  Inventarisations- und Forschungstätigkeit   am Greifswalder Kunsthistorischen Seminar bzw. Institut entstanden sind, die sich  in den 1920er, 1930er und 1950er Jahren besonders auf die regionale Kunstgeschichte sowie auf die Backsteinarchitektur im Ostseeraum und die Kunst der Romantik konzentrierten. Somit spiegelt der  Bestand des Bildarchivs den Entwicklungsgang der Wissenschafts- und Studiendisziplin Kunstgeschichte im lokalen und regionalen Rahmen Greifswalds und (Vor-) Pommerns von den Anfängen bis in die 1960er Jahre fast lückenlos wider.

Dieser inzwischen "historisch" gewordene Bilderfundus ist recht heterogen. Dessen Hauptteil wurde topographisch sowie nach Hauptgattungen und  Epochen- bzw. Zeitstilen geordnet und wird in insgesamt 518 festen Kartons aufbewahrt. Viele der alten Fotos wurden auf Pappe gezogen bzw. geklebt und beschriftet. Die  wichtigsten Bilddokumente befinden sich wohl in den 109 Kartons, die diverses Bildmaterial zu Bau- und Kunstdenkmälern Pommerns enthalten. Dazu gehört auch eine Reihe von Aufnahmen aus der Zeit vor bzw. um 1900. Aber auch viele der Fotos aus den 1920er und  1930er Jahren dürften von hohem dokumentarischem Wert sein. Darunter sind u.a. Dubletten der Königlich Preußischen Messbildanstalt (grdt. 1885) und ihrer Nachfolgeeinrichtung, der Staatlichen Bildstelle Berlin (seit 1921), Aufnahmen von bauarchäologischen Untersuchungen sowie Repros und Pausen von Architekturzeichnungen, die noch aus dem 19. Jh. stammen. Ebenso von Belang sind in dieser Hinsicht die alten Fotos von Kunstobjekten und Bauwerken  Mecklenburgs, die sich in 7 Kartons befinden und der Inhalt weiterer 21 Kartons, die Bilddokumente zur Kunstgeschichte Skandinaviens enthalten. Hinzu kommen 184 Kartons mit Bildbeispielen zur deutschen Kunstgeschichte (die chronologisch jüngsten sind 5 Kartons mit Beispielen aus der "DDR-Kunst"). Sodann werden im Archiv Bildexempel zur Kunstgeschichte in Italien (in 82 Kartons), in Frankreich (25 K.), in den Niederlanden (27 K.), in England (7 K.) und Spanien (6. K.) aufbewahrt. Gemäß dem traditionellen Kanon des Faches  gibt es dann noch 19 Kartons mit einigem Bildmaterial zur antiken, frühchristlich-byzantinischen sowie außereuropäischen Kultur- und Kunstgeschichte. Daneben existiert noch eine Reihe von 67 Bild-Alben mit eingeklebten kleinformatigen Fotos, die das Spektrum einer europafixierten Universal-Kunstgeschichte dokumentieren.

Zweiter Hauptbestandteil des Archivs sind die  Großdias (8 x 8 cm), welche,  ebenfalls nach Topographie, Epochen und Gattungen geordnet, in  insgesamt 259 Holzkästen aufbewahrt werden. Grob geschätzt könnten es rund 20.000 Dias sein. Die meisten von ihnen datieren in die Zeit zwischen 1900 und 1940. Es sind überwiegend  Dia-Serien, die von bekannten Firmen hergestellt und angeboten wurden (z. B. E. A. Seemann-Seestern-Lichtbilder Leipzig / Dr. Franz Stoedtner, Institut für Projektionsfotografie, Berlin / Th. Benzinger, Lichtbildverlag Stuttgart / A. Krüss, Optisches Institut Hamburg / Brüder Alinari, Florenz). Eine beträchtliche Zahl dieser Dia-Serien stammt aus dem früheren Greifswalder Archäologischen Seminar bzw. vom Institut für Altertumswissenschaften und wurde von der Kunstgeschichte übernommen (in 143 Kästen). Von hohem dokumentarischem Wert dürften wiederum jene Großdia-Reihen sein, die Sonderanfertigungen sind und Bau- und Kunstdenkmale Pommerns in historischen Zuständen aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg zeigen (in 37 Holzkästen).

Unter den großen Beständen an Kleinbild-Dias, die mehrere Metallschränke in einem der Archivräume füllen, befinden sich etliche individuell für den „Wissenschaftsbereich Kunstgeschichte“ angefertigte Aufnahmen von Quartieren und Einzelbauten in historischen Zentren sowie vorstädtischen Neubaugebieten ostdeutscher  Städte, welche aus „DDR-Zeiten“ stammen. Klar, dass diese Dias mittlerweile ebenso zu den zeitgeschichtlich relevanten Bildquellen gezählt werden müssen.    

 M.Lissok, Greifswald (Stand April 2024)