Das Format Media.Lab Lectures ist eine Vortragsreihe, die zentrale Fragestellungen zeitgenössischer Kunst- und Medienpraxis in einen wissenschaftlich reflektierten Austausch überführt. Organisiert von Prof. Rozbeh Asmani am Lehrstuhl für Neue Medien und Angewandte Grafik im Bezugsfeld der Bildenden Kunst, versammelt die Reihe künstlerische, theoretische und filmische Positionen, die sich mit den Bedingungen, Transformationen und Konfliktfeldern gegenwärtiger visueller Kulturen auseinandersetzen.
27.Mai (19.15 Uhr)
SPEARA - Dokumentarfilm, 39:00 min.
Anschließendes Gespräch mit Kameramann Johannes Waltermann
Im Dokumentarfilm SPEARA erzählt Mitsuki, eine 26-jährige Weltmeisterin im Speerfischen, von ihrem Lebensweg und ihrer Leidenschaft für das Meer. Der Film reflektiert Themen wie Identität, Selbstbestimmung, Nachhaltigkeit und die Rolle von Frauen innerhalb der Subkultur des Speerfischens.
Johannes Waltermann – Cinematographer / Bildgestalter
Johannes wurde 1986 in Köln geboren. Sein Kamerastudium an der Filmuniversität Potsdam Babelsberg beendete er 2014. Für seinen Abschlussfilm erhielt er den Michael-Ballhaus-Kamerapreis 2015, eine Nominierung in der Kategorie Best Cinematographers' Debut bei Camerimage und den Best Feature Award beim Vilmos Zsigmond International Film Festival. Er arbeitet seitdem vor allem in den Feldern Szenischer Film und Dokumentarfilm. Neben seiner Arbeit als DP ist er zudem als Kameraoperator und 2nd Unit DP tätig. Johannes lebt mit seiner Familie in Berlin.
17. Juni 2026 (19:15 Uhr)
SUSANNE BURMESTER
FUTURE SONGS OF FISH AND PEOPLE – Künstlerische Strategien und alternative Beziehungsmodelle zum Meer und seinen Lebewesen
Europaweit befindet sich die Küstenfischerei in einer Krise, die zu ihrem Verschwinden führen wird. Wenn die Fischer ihre Existenzgrundlage verlieren oder sich ihr Berufsfeld wandelt, verschwinden die Erinnerungen und wertvolles Wissen geht verloren. Darum geben die Neuen Auftraggeber von Ummanz eine Produktion in Auftrag, die voller Zuversicht und mit Humor die Leistungen der Küstenfischer und ihrer Familien anerkennt und für alle zugänglich macht. Denn der Fisch ist stumm aber der Fischer nicht!
Amanda Piña präsentiert am 27. Juni 2026 den Auftakt zu ihrem dreigliedrigen Werk Atlantic Undercurrent Circulation für die Neuen Auftraggeber von Ummanz. Sie würdigt darin Arbeit und Wissen der Küstenfischer, knüpft neue Beziehungen zum Meeresleben und verbindet die Insel Ummanz mit ökologischen, geografischen, kulturellen und wirtschaftlichen Strömen weltweit.
Susanne Burmester arbeitet als Projektmanagerin und Kuratorin für Kunst- und Kulturprojekte auf der Insel Rügen. Sie ist künstlerische Leiterin von Circus Eins Projekte und hat 10 Jahre lang das Programm für die Galerie Circus Eins in Putbus auf Rügen entwickelt. Als Mediatorin für Kunst im Bürgerauftrag ist sie in Mecklenburg-Vorpommern für Die Gesellschaft Der Neuen Auftraggeber tätig. Sie fördert den ambitionierten Nachwuchs und bespielt seit 2026 diverse Projektstandorte.
01. Juli 2026 (19:15 Uhr)
ANETH STUTH
TIME LOOPS – Werkvortrag
Anett Stuth fotografiert, collagiert und decollagiert in ihren Arbeiten mit dem übergeordneten Titel TIME LOOPS Naturstücke, Pflanzen- und Tierobjekte, Überreste aus jüngster und prähistorischer Vergangenheit. Sie verdichtet in ihren Werkgruppen die Reflexion über die Erhabenheit und gleichzeitige Zerstörung von Natur. In ihren fotografischen Collagen werden historische und aktuelle Bildmaterialien/Versatzstücke der Natur zusammengefügt und in Beziehung zu unserer jetzigen Zivilisation gesetzt. Dagegen entfernt Stuth in den Decollagen alle überflüssigen Informationen aus den großformatigen Fotografien von Tier- und Pflanzenobjekten. Diese wirken losgelöst von Herkunft und Zeit wie stumme, erstarrte Zeugen vergänglicher Diversität. Durch das Wechselspiel von Collagen und Decollagen eröffnen sich neue Denkräume in Form von Zeitschleifen.
Aneth Stuth wurde 1965 in Leipzig geboren. Von 1991 bis 1992 studierte sie Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Prof. Arno Fischer. Von 1993 bis 1996 setzte sie ihr Studium ebendort bei Prof. Timm Rautert fort und schloss es mit dem Diplom ab. Anschließend absolvierte sie von 1996 bis 1998 ein Meisterschülerstudium bei Prof. Timm Rautert. Seit 1998 ist sie freischaffend tätig und lebt und arbeitet in Berlin.



Sophia Sommer
"Copy & Create? - Kunst- & Urheberrecht im digitalen Zeitalter“
26.11.2025, 19 Uhr
Die Veranstaltung gibt einen kompakten Überblick über Grundlagen und zentrale Fragen des Kunst- und Urheberrechts. Anhand aktueller Beispiele aus der digitalen Bild- und Medienpraxis sollen typische Problemfelder und Lösungsansätze diskutiert werden.
Sophia Sommer ist Rechtsanwältin und Gründerin von Monochrome Legal in Berlin, einer Kanzlei mit Schwerpunkt auf Kunstrecht und Geistigem Eigentum. Sie berät Kreative und Unternehmen u.a. aus verschiedenen Bereichen der Kultur- und Kreativwirtschaft. Den Austausch mit Studierenden schätzt sie sehr, denn gerade im Zeitalter neuer Medien eröffnet der gemeinsame Dialog immer wieder neue Perspektiven darauf, wie Recht kreative Prozesse begleiten und Innovationen ermöglichen kann.
Wolfgang Ullrich
"Wie haben die Sozialen Medien die Kunstwelt verändert? Eine erste Bilanz“
10.12.2025, 19 Uhr
Die Sozialen Medien haben die Kunstwelt auf den Kopf gestellt. Sie fordern herrschende Werkbegriffe heraus und verändern Status und Rolle der einzelnen Instanzen des Kunstbetriebs. Influencer-Logiken durchdringen Schaffensprozesse, Galerien und Museen, mit Followern gibt es neue mächtige Akteure, die die Stellung der klassischen Gatekeeper untergraben und dafür sorgen, dass die bildende Kunst nicht mehr nur Hochkultur ist.
Vor allem aber hat sich für die Künstler:innen viel geändert: Sie können dank der Sozialen Medien auf andere Weise Erfolg haben als früher, müssen sich aber auch auf die Spielregeln von Plattformen wie Instagram und TikTok einlassen und drohen damit an Autonomie zu verlieren.
Wolfgang Ullrich lebt als Kunstwissenschaftler und freier Autor in Leipzig. Er forscht und publiziert zur Geschichte und Kritik des Kunstbegriffs, zu bildsoziologischen Themen, zu digitalen Bildphänomenen sowie zu Warenästhetik und Markenkultur.
Matthias Grund
(Nicht-)willkürliche Bilder: Generative KI als künstlerisches Medium
14.1.2026, 19 Uhr
In nur wenigen Jahren hat sich die bildgenerierende KI von einer Nischentechnologie zu einem Mainstream-Phänomen entwickelt. Während große Tech-Konzerne dies als revolutionäre Innovation feiern, ist die Realität komplexer. Künstlerische Strategien erfordern eine Auseinandersetzung mit den technologischen Strukturen hinter diesen Bildsystemen. Generative KI muss im Zusammenhang mit ihren zugrunde liegenden Modellen und ihren Standardisierungstendenzen verstanden werden – trotz ihrer scheinbar willkürlichen Ergebnisse.
In seiner Arbeit untersucht Matthias Grund die verborgenen Aspekte des maschinellen Lernens und begreift KI-generierte Bilder als eigenständige Bildpraxis. Im Vordergrund stehen das Experiment im Medium und die Frage, wie diese Bilder entstehen und was sie über unsere visuellen Kulturen verraten. Dieser Vortrag untersucht die strukturellen und ästhetische Bedingungen KI generierter Bilder. Er hinterfragt die ontologischen und ästhetischen Eigenschaften, die sie charakterisieren, und präsentiert Arbeiten, die sich mit der Materialität generativer Bilder auseinandersetzen.
Matthias Grund ist ein in Köln lebender Künstler und Designer. In seiner künstlerischen Forschung untersucht er die strukturellen und ästhetischen Bedingungen synthetischer Bilder sowie der damit verbundenen visuellen Kulturen. Er ist Doktorand an der Bauhaus-Universität Weimar und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Köln International School of Design, TH Köln. Seine Arbeiten wurden unter anderem im Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK), in der Städtischen Galerie Karlsruhe, Kunsthalle Trier, Fundación Ludwig de Cuba und in den Deichtorhallen Hamburg ausgestellt sowie auf zahlreichen akademischen Konferenzen präsentiert.
