Veranstaltungshinweis: "Der Kaiser und die Teufel. Die Darstellung der Seelenwägung Heinrichs II. in Kirchen auf Gotland"

Am Montag, den 19. November 2018, findet der dritte Vortrag der Reihe "Zukunft im Mittelalter" im Hörsaal 2 in der Rubenowstr. 1 (Audimax) statt.

Herr Prof. Dr. Gerhard Weilandt (Lehrstuhl für Kunstgeschichte am Caspar-David-Friedrich-Institut der Universität Greifswald):
"Der Kaiser und die Teufel. Die Darstellung der Seelenwägung Heinrichs II. in Kirchen auf Gotland"

Der Vortrag befasst sich mit einigen ungewöhnlichen Darstellungen auf Wandmalereien in den gotländischen Kirchen. Es handelt sich um die Seelenwägung Kaiser Heinrichs II., ein Bildthema, das nach 1500 in der Umgebung Bambergs, wo Heinrich II. bestattet und als Heiliger verehrt wurde, populär war, zuvor jedoch nur auf Gotland vorkommt, und zwar schon im 13. und 14. Jahrhundert. In Franken gibt es aus dieser frühen Zeit keine Bildüberlieferung. Es scheint, als sei die ikonographische Tradition der Seelenwaage Heinrichs II. auf Gotland entstanden, obwohl es hier keine intensive kultische Verehrung des Kaisers gab. Es gilt, das merkwürdige Phänomen zu erklären, warum während des Hoch- und Spätmittelalters im Zentrum der Heinrichsverehrung die Darstellung seiner Seelenwägung noch unbekannt war, während es weit entfernt auf Gotland gleich mehrere Darstellungen gibt. Als Quelle kommt keine tradierte Ikonographie in Frage. Vielmehr müssen die Künstler der frühesten Denkmäler direkt aus den Schriftquellen geschöpft haben, die kurz vor den ersten Darstellungen verfasst wurden.


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