Laura Brandt

 

Laura Brandt
Mein Name ist Laura Brandt. Ich befinde mich aktuell im 5.Semester des Master of Arts für Bildende Kunst am Capsar-David-Friedrich-Instut der Universität Greifswald. Außerdem bin ich seit April 2020 als Referendar am Hansa-Gymnasium Hansestadt Stralsund mit den Fächern Kunst und Deutsch tätig. In der Kunst setze ich meinen Fokus vor allem auf den Bereich Plastik sowie auf Installationen.

 

Email: laura.brandtstud.uni-greifswaldde
Instagramm: https://www.instagram.com/luna.artistry/?hl=de (luna.artistry)
Facebook: https://www.facebook.com/laura.brandt.902/ (Laura Chummy/Laura Brandt)

 


 

FOLFOX

Objekt| 06/2020 | 3 x 1,5 m | Polyacrylfäden, Lack, Nägel

Repetition und Zerfall. Durch das Aneinanderreihen von Polyacrylfäden, also der Repetition einzelner Linien, wachsen diese zu einer Fläche heran. Mithilfe von Klarlack wurden sie so aneinandergepresst, dass eine Fläche mit veränderter Oberflächenbeschaffenheit entsteht. Die weichen Polyacrylfäden zeigen nun eine harte, kratzige Struktur. Von weitem sind einzelne Fäden nicht erkennbar. Die Arbeit weist eine große Fragilität auf, die dazu führt, dass sie sich in Segmente untergliedert und teils einzelne Fäden abgelöst werden. Auch durch das Ablösen vom Untergrund wurde bereits ein Zerfall hervorgebracht.

Die Hängung selbst greift in die Beschaffenheiten der Arbeit ein und separiert noch weitere Teile voneinander. Sie wirkt auf dem Boden wie drapiert – kann jedoch nicht fixiert werden und wird nie in der selben Form erneut präsentiert – sie ist nie wirklich „fertig“. Wiederholte Hängungen lassen FOLFOX immer wieder zur neuen Arbeit werden. Durch den Fall von der Wand zeigt sich die Rückwandlung von der Fläche zur Linie. Die einzelnen Streifen bilden, von der Seite betrachtet, Linien im Raum.

FOLFOX ist ein bewährtes Chemotherapie-Schema, das in 14-tägigen Zyklen erfolgt und zur Behandlung von Darmtumoren angewendet wird. Die Titelvergabe der Arbeit erfolgte während des Arbeitsprozesses. Assoziativ wurde die Wiederholung, also das Aneinanderreihen, mit der repetiven Behandlungsmethode der Chemotherapie in Verbindung gebracht. Diese dient einerseits zur Bekämpfung mutierten Gewebes und zieht anderseits allerdings einen gleichzeitigen Verfall intakter Strukturen mit sich.

 


Die Dreidimensionalität der Linie

Installation| 06/2020 | GARAGE Die CDFI Galerie | 3 x 1,5 m | PE-HD extrudiert

Die Linie ist als grafisches Mittel bekannt. Sie zeigt ihre Wirkung in unterschiedlichster Weise als Spur, Umriss, Bewegung o.ä. und dies für gewöhnlich als Zeichnung - als etwas Zweidimensionales. Diese Ebene sollte mit der vorliegenden Installation überschritten werden, eine Zeichnung im Raum soll entstehen. Durch die Aufstellung der Polyethylenwand erkennt man beim Betreten des Raumes lediglich die Linie, welche den Raum spaltet. Ändert sich der Blickwinkel, so auch ändert sich auch die Linie zu einer tiefschwarzen Fläche. Diese ist schwer und isolierend - sie trennt den Raum. Die spiegelnde Oberfläche zeigt sich konträr dazu. Aus gewissen Perspektiven betrachtet, wirkt sie fast schon transparent und dennoch bleibt der Raum physisch separiert.

Ein weiterer Kontrast entsteht durch das sich drehende Element links von der PE-Wand. Die Bewegung entsteht durch die Hängung auf natürliche Weise und ohne elektronische Fremdeinwirkung. Wie in dem Video zu sehen, wird damit ein Kontrast zu der starren Begrenzung aufgezeigt, da sich durch den Streifen und seine Drehung abwechselnd Linie und Fläche im Raum präsentieren – es entsteht eine sich bewegende Linie auf dreidimensionaler Ebene.

Die Dreidimensionalität der Linie zeigt sich in dieser Arbeit durch Reduktion in einfachen geometrischen Formen.